Der Alexanderstoff - Entschlüsselung seiner Geheimnisse

Bis heute sind aus der Geschichte der Alexanderkirche zwei Reliquiare des Heiligen Alexander erhalten. In einem der beiden sogenannten „Alexanderarme“, die 850/51 von Rom nach Wildeshausen transloziert wurden und heute in Vechta aufbewahrt werden, befindet sich ein Armknochen, der in byzantinischen Stoff gehüllt ist. Dieser Stoff wurde 1995 bezüglich seiner Entstehungszeit und des Herstellungsraums untersucht – nicht jedoch in Bezug auf die Ikonographie des Reliquienstoffes. Die figürlichen Darstellungen des Stoffes aus der Zeit um 850 n. Chr. führen in eine Zeit, in der sich trotz religiöser Differenzen das Morgen- und Abendland, der Orient und Okzident, so nahe kamen, wie danach nie wieder. Der Vortrag wird die gemeinsame christliche und islamische Legende aufzeigen, die sich in der Ikonographie des Alexanderstoffes abbildet und er wird diese zur Legende um das Martyrium der Heiligen Felicitas und ihrer sieben Söhne (inklusive Alexander) in Bezug setzen. Schließlich wird der Frage nachgegangen, welchen Einfluss die Programmatik des Stoffes auf die Christianisierung des hiesigen Raumes hatte. Dabei wird der Stoff ganzheitlich in Zusammenhang mit der schriftlichen Überlieferung und der modernen Reliquienforschung betrachtet.

 

Axel Fahl-Dreger war fast 25 Jahre lang Leiter des Zeughausmuseums Vechta. Seit seiner Pensionierung betreibt er weiter historische Forschungen, schreibt wissenschaftliche Abhandlungen und hält Vorträge. Als ausgewiesener Mittelalterexperte beschäftigt er sich besonders mit Fragen der Christianisierung des Weser-/Emsraumes.

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